HAUS+GRUND MÜNCHEN setzt viele Schwerpunkte für Eigentümer.
Der Haus- und Grundbesitzerverein München und Umgebung e.V. hatte zu seiner Jahreshauptversammlung 2026 in den Festsaal des Löwenbräukellers am Stiglmaierplatz eingeladen und hieß bei der wieder stark besuchten Veranstaltung über 1.000 Mitglieder herzlich willkommen.
Unter dem Vorsitz von Rechtsanwalt Rudolf Stürzer sprachen vor der eigentlichen Versammlung der Vorsitzende des Münchner Gutachterausschusses, Albert Fittkau, sowie der Präsident von Haus & Grund Deutschland, Dr. Kai H. Warnecke, zum Richtwertjahr 2026.
Das bedeutet: Im Frühsommer werden neben dem Jahresbericht auch neue Bodenrichtwerte für die Stadt München veröffentlicht. Anders als im vergangenen Jahrzehnt entwickeln sich Boden- und Immobilienwerte inzwischen nicht mehr ausschließlich nach oben. In einzelnen Bereichen gab es deutliche Preisrückgänge.
Ausgehend von den aktuellen Marktdaten beschäftigte sich der Vortrag daher mit der Frage, ob bereits von einer Krise des Immobilienmarktes gesprochen werden kann. Durch den Vergleich mit anderen Städten und Kommunen Deutschlands wurde zudem aufgezeigt, wo der Münchner Immobilienmarkt aktuell steht und wie sich dieser künftig entwickeln könnte.
Haus & Grund bezieht klar Stellung
Auf der begleitenden Pressekonferenz, zu der zahlreiche Medien eingeladen waren – darunter Bayerischer Rundfunk, Süddeutsche Zeitung, Merkur, Abendzeitung und immostar – nahmen der Vorsitzende von HAUS+GRUND MÜNCHEN, Rechtsanwalt Rudolf Stürzer, sowie der stellvertretende Vorsitzende, Rechtsanwalt Georg Hopfensperger, zu zentralen wohnungspolitischen Themen Stellung.
Diskutiert wurden unter anderem:
- die Debatte um angeblichen Mietwucher
- die Umwandlung von Büros in Wohnungen
- der historische Tiefstand beim Wohnungsbau
- die Frage, ob der eigene Heizungskeller künftig noch Privatsache bleibt
Nach Ansicht von Haus & Grund vergiftet populistische Stimmungsmache zunehmend das Verhältnis zwischen Mietern und Vermietern.
Historischer Tiefstand beim Wohnungsbau
2025 entstanden in München lediglich 4.346 neue Wohneinheiten – ein Tiefstand seit vielen Jahren. Gleichzeitig bleibt die Bautätigkeit weiterhin schwach, da viele Bauträger bei neuen Projekten äußerst zurückhaltend agieren.
Dabei wäre der Bedarf enorm:
- Rund 12.000 neue Wohneinheiten pro Jahr gelten als notwendig
- Bis 2040 wird mit einem Bevölkerungszuwachs von etwa 200.000 Menschen gerechnet
- Dafür wären zusätzlich rund 7.000 weitere Wohnungen erforderlich
Gleichzeitig befindet sich das Mietniveau in München auf einem historischen Höchststand.
Im Neubau liegen die Durchschnittsmieten mittlerweile bei rund 25,93 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche – in Spitzenlagen sogar bis zu 40 Euro pro Quadratmeter. Im Bestand werden durchschnittlich 22,52 Euro pro Quadratmeter verlangt.
Nach Einschätzung von Haus & Grund verzerrt der aktuelle Mietspiegel dabei die tatsächliche Marktlage erheblich.
Kritik an Gesetzgebung und Umwandlungsregeln
Auch die aktuelle Gesetzeslage rund um das Heizungsgesetz und die Rahmenbedingungen für Vermieter seien wenig förderlich für den Wohnungsmarkt.
Besonders kritisch sieht Haus & Grund die komplizierten Regelungen bei der Umwandlung von Gewerbe- in Wohnraum. Gerade kleinere Wohn- und Geschäftshäuser könnten durch vergleichsweise geringe Investitionen zusätzlichen Wohnraum schaffen.
Dafür wäre jedoch eine praktikablere Anpassung der Münchner Zweckentfremdungssatzung notwendig. Haus & Grund schlägt beispielsweise vor, nach einer bestimmten Frist die Rückumwandlung in Gewerbeflächen wieder zu ermöglichen.
Ein weiteres Problem sei das Mietrecht selbst: Während Gewerbemietverträge flexibel gestaltet werden können, unterliegt Wohnraum einem engen gesetzlichen Korsett.
Ziel des neuen Oberbürgermeisters
Der neue Münchner Oberbürgermeister Dominik Krause kündigte an, den Wohnungsbau in den kommenden sechs Jahren massiv forcieren zu wollen. Ziel seien insgesamt 50.000 neue Wohneinheiten.
Haus & Grund verfolgt diese Ankündigungen aufmerksam und hofft auf praktikable Lösungen mit Augenmaß.
Kritik an der „Mietwucher-App“
Der stellvertretende Vorsitzende Georg Hopfensperger kritisierte erneut die sogenannte „Mietwucher-App“ der Partei Die Linke.
Die App soll Mietern ermöglichen, angeblich überhöhte Mieten zu erkennen und Vermieter direkt bei der Stadt zu melden. Nach Einschätzung von Haus & Grund liefert die Anwendung jedoch keine verlässlichen Ergebnisse.
Wichtige Faktoren des Münchner Mietspiegels würden unvollständig oder gar nicht berücksichtigt. Dadurch entstünden fehlerhafte Bewertungen, die das Verhältnis zwischen Mietern und Vermietern zusätzlich belasten könnten.

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